Lenbachchor und Sanseveria Plus aus Belgien gestalteten ein pfiffiges Konzert im Musikschulpavillon

Schrobenhausen (SZ) „Wir lieben sehr im Herzen“ – zu seinem Chorkonzert hat sich der Schrobenhausener Lenbachchor am Samstagabend mit Sanseveria Plus musikalische Verstärkung aus Belgien geholt. Gemeinsam bezauberten die zwei Chöre ihr Publikum im Pavillon der Städtischen Musikschule mit Liedern, wie sie abwechslungsreicher kaum hätten sein können.

Denn ins Programm gepackt haben die beiden Chöre Musik verschiedener Genres, aus unterschiedlichen Jahrhunderten, gesungen in mehreren Sprachen, mit Texten – so mannigfaltig wie das Leben. Eben jener „bunter Reigen von Liedern aus aller Welt“, den der Leiter des Lenbachchors, Markus Bartholomé einleitend ankündigt, bevor er die „Ehrengäste aus Duffel“, einer Kleinstadt zwischen Antwerpen und Brüssel, begrüßt.
Hier heute singen zu dürfen, das sei eine „große Ehre“, stellt Mieke Huysmans sich und ihre Kolleginnen von Sanseveria Plus sowie Chorleiter Jan Haspeslagh dann in sympathisch flämischer Sprachmelodie vor. Weshalb das Plus im Chornamen? „Wir sind alle 45 plus“, meint sie schmunzelnd, um dann hinterherzuschieben, „aber das sieht man uns nicht an!“ Und zack ist das Eis gebrochen, dürfte so ziemlich jeder im nicht ganz gefüllten Musikschulpavillon die liebenswerten Gäste aus Belgien ins Herz geschlossen haben.
Selbstverständlich geht es an diesem Abend textmäßig – dem Titel des Konzerts entsprechend – ganz besonders ums Thema Liebe, aber nicht ausschließlich. Mehrere Jahrhunderte alte Musik von Daniel Friderici oder John Dowland mixen die Chöre im Konzert munter mit modernen Popsongs wie „Blue Moon“ oder „For the longest time“; Lieder aus der Heimat der Gäste finden sich ebenso wie welche aus hiesigen Gefilden, ein ganz spezielles „Reuzenlied“ aus Flandern etwa oder ein vertraut klingendes „Kimt sche hoamli de Nacht“ aus Oberbayern. Lieder voller Lebensfreude – und manchmal wirds auch ein ganz klein wenig melancholisch.
Ein paar Unterschiede gibt es zwar: Während sich Sanseveria Plus ausschließlich aus Damen zusammensetzt, mischen beim Lenbachchor auch Herren mit; setzen die Gäste auf klassisch schwarze Konzertoutfits, ist bei den Schrobenhausenern mehr Farbe im Spiel. Beim Wichtigsten sind sie dann jedoch wieder beieinander: der nicht überhörbaren – und nicht übersehbaren – Freude am Singen.
Was das Wetter an diesem verregneten Samstagabend nicht hinkriegt – die beiden Chöre schaffen das, verbreiten fröhlich-unbeschwerte Stimmung, das Leben und die Liebe feiernd. Sympathisches deutsch-belgisches Teamwork gibts zum Abschluss: Da wird gemeinsam gesungen. Zigeunerlieder von Erika Budai. „Werden Sie uns auch noch zuhören, when we are 64?“, hatte Mieke Huysmans den bekannten Lennon-McCartney-Klassiker zuvor fragend angekündigt. Ziemlich sicher. Und zwar Lenbachchor wie Sanseveria Plus.

Von Ute De Pascale, Schrobenhausener Zeitung, 22.05.2018

Lenbach-Chor und Sänger aus Bridgnorth geben gemeinsames Konzert

Schrobenhausen (SZ) Am Schrannenfest-Samstag, 24. Juni, findet um 20 Uhr in St. Jakob ein festliches Chororchesterkonzert mit prächtiger Barockmusik statt.

Gefeiert werden 40 Jahre Verkehrsverein und 25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Schrobenhausen und Bridgnorth.

Deshalb werden die Sänger des Schrobenhausener Lenbach-Chors und einige Sänger aus Bridgnorth gemeinsam eines der bekanntesten Werke von Antonio Vivaldi, sein „Gloria in D-Dur“, singen. Als Orchester konnte das renommierte Arsatius Consort gewonnen werden, das mit Mina Voet als Solistin das beliebte Konzert für Blockflöte von Giuseppe Sammartini aufführt. Der Lenbach-Chor hat schon verschiedene Konzerte zusammen mit Musikern aus den Partnerstädten veranstaltet – sowohl in Schrobenhausen als auch in Thiers, Bridgnorth und Perg. Das gemeinsame Proben und Konzertieren ist dabei für die Mitwirkenden wie für das Publikum immer wieder ein mitreißendes Erlebnis – über die Jahre sind so schon einige Freundschaften entstanden.

Von Sandra Zistl, Donaukurier.de, 23.06.2017

Oberlauterbach (SZ) Zuhören, lauschen und am Ende gemeinsam singen: Eine knappe Stunde entführten Lenbachchor und das Bläserensemble Quattro Stagioni ihr Publikum aus dem vorweihnachtlichen Trubel mit ihrem Chorkonzert zum Advent in der prachtvollen Wallfahrtskirche St. Wenzeslaus.

Eine ganze Karawane pilgerte am Vorabend des vierten Adventsonntags hinauf zur Wallfahrtskirche St. Wenzeslaus, die auf dem Hügel über Oberlauterbach thront. Eine stimmungsvolle Szenerie erwartete den Besucher. Kerzen wiesen den Weg zur Tür. Und auch auf den Bankreihen platzierte Wachslichter erhellten Raum und Herzen. Das Benefizkonzert war bestens besucht, die Kirche war bis auf den letzten Platz voll.
Man merkte: Die Sängerinnen und Sänger um Chorleiter Markus Bartholomé freuten sich auf das Konzert. Rote Schals, rote Krawatten und eine Fliege setzten obendrein einen fröhlichen Farbakzent zwischen den strahlenden Gesichtern.
Vielseitig und ausgesprochen abwechslungsreich war das kredenzte Repertoire von Weihnachtsliedern aus verschiedenen Epochen und Ländern. Renaissance, spätromantische Süße sowie zeitgenössische Klänge bekamen ihren Platz.
Hier nahmen die Bläser von Quattro Stagioni auf eine Reise ins Baskenland oder nach Tirol und Polen mit. Da ging es mit dem Lenbachchor freudvoll mit „God rest you merry, gentlemen“ nach England. Anlässlich seines 100. Todestages wurde auch Max Reger ins Programm aufgenommen.
Die beiden Choristinnen Maria Pielmeier und Marianne Paul warteten mit Wissenswertem über Stücke, Epochen, Liedtexte oder Komponisten auf und führten so charmant durch die besinnliche Stunde.
Zielstrebig steuerte der Abend viel zu schnell seinem Höhepunkt und Ende zu. Ausgesprochen anspruchsvoll war das letzte Stück „Three Carols“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti, an das sich der Lenbachchor mutig heranwagte. Mit Einflüssen von Swing und Jazz verarbeitete der in England äußerst populäre Eidgenosse drei englische Traditionals, die Chor und Bläser zum Besten gaben. Für das Originalarrangement war ein Bläserquintett nötig, das Hornist Franz Schlagbauer als Gast komplettierte. Kirchenraum und Anlass geschuldet sparten sich die Zuhörer ihren Applaus fast bis zum Schluss auf.
Bereits zu Anfang vom Chor gegeben, wurden am Ende die Zuhörer eingeladen, gemeinsam in Prätorius „Es ist ein Ros entsprungen“ einzustimmen. „Gutes tun“, so lautete die Botschaft am Ende des Konzertes. Ganz in diesem Sinne kommt der Erlös des Abends der Aktion „Vorweihnacht der guten Herzen“ zugute.

Von Tanja Staimer, Schrobenhausener Zeitung, 19.12.2016

Schrobenhausen/Oberlauterbach (SZ) Adventliche und weihnachtliche Musik mit dem Bläserquartett Quattro Stagioni und dem Schrobenhausener Lenbachchor unter der Leitung von Markus Bartholomé gibt es am Samstag, 17. Dezember, in der Oberlauterbacher Filialkirche St. Wenzeslaus.

„Wir freuen uns! Es wird sehr schön!“, ist Chorleiter Markus Bartholomé voller Vorfreude auf den gemeinsamen Konzertabend mit seinen Sängern und Instrumentalisten. Und schickt gleich noch ein fröhliches „Kommet zuhauf!“ hinterher.

Vier Virtuosen an Trompete, Posaune, Tuba und Euphonium und vierstimmiger A-cappella-Gesang werden St. Wenzeslaus zum Klingen bringen. Quattro Stagioni ist als klassisches Blechbläserquartett für sein glänzendes Blech mit harmonischer Präzision und astreiner Intonation bekannt.

Die Wallfahrtskirche ist ein kirchliches Kleinod. Die Akustik lässt keine Wünsche offen. Das Kirchenschiff bietet den idealen Raum für Konzertveranstaltungen. Im Wechsel und gemeinsam werden traditionelle englische Chormusik sowie adventliche Stücke aus der Renaissance bis in die heutige Zeit zu hören sein. Neben beliebten und bekannten Klassikern von Max Reger oder auch Johann Sebastian Bach stehen auch Exoten mit rhythmischem Drive auf dem Programm. Der Bogen spannt sich von Praetorius‘ „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ bis zu „Gabriels Botschaft“ aus dem Baskenland.

Im fulminanten Finale wird „Three Carols“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti zu hören sein. In drei Sätzen werden traditionelle englische Texte von Lenbachchor und Bläserquintett mit Musik erfüllt, die verspricht, unter die Haut zu gehen. „Es lohnt sich am Samstagabend nach Oberlauterbach zu kommen“, findet Markus Bartholomé.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr. Einlass ist bereits ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten. Der Erlös des Abends ist für wohltätige Zwecke in der Region im Rahmen der Vorweihnacht der guten Herzen gedacht.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung, Donnerstag 08.12.2016

Schrobenhausen (SZ) Der Lenbach-Chor Schrobenhausen hat den Erlös seines Benefizkonzerts in der Christuskirche im November der Volkshochschule gespendet.
Sie soll damit Unterrichtsmaterial für die ehrenamtlich geleiteten Deutschkurse, an denen zurzeit mehr als 80 Asylsuchende teilnehmen, anschaffen.

Vorsitzende Marianne Paul überreichte den Betrag an den vhs-Chef Konrad Leufer und an den Deutsch-Fachbereichsleiter Wolfgang Murr. Mit gutem Grund: Denn nur Kurse für Menschen aus Syrien, dem Iran und Eritrea werden offiziell finanziert. Applaus gab es auch von den syrischen Flüchtlingen, in deren Deutschstunde die Übergabe stattfand.

Von Sandra Zistl
Schrobenhausener Zeitung Nr. 296, Mittwoch 23. Dezember 2015

Schrobenhausen (SZ) Emotional bewegend war das Benefizkonzert zugunsten der vhs-Kurspatenschaften für Flüchtlinge in Schrobenhausen. Der Lenbachchor unter der Leitung von Markus Barholomé und das Duo Alondra luden zu ihrer musikalischen Weltreise in die evangelische Christuskirche.

Der Kirchenraum war voll mit Menschen aus aller Herren Länder. Dazu trug zu einem guten Teil die große Zahl an Flüchtlingen aus den Schrobenhausener Unterkünften bei, die von der Musik tief bewegt eine Auszeit vom Alltag erlebten. Das Repertoire: so bunt wie sein Publikum. Quer durch Raum und Zeit ging es bei dem gut einstündigen Konzert – gleichermaßen unterhaltsam wie abwechslungsreich.

Angefangen von Frankreich führte die Reise unter dem Motto „Aus aller Welt“ quer durch Europa bis in den hohen schwedischen Norden mit „Vem kan segla“, von Afghanistan bis Argentinien. Vierstimmiger A-cappella-Gesang wechselte sich mit sphärischen Harfenklängen und virtuosen Flötentönen ab – mal getragen, mal mit tänzerischer Heiterkeit.

Dass Schrobenhausen in den vergangenen Wochen ein bisschen bunter geworden sei, so Mina Voet, nahmen die Flötistin und Susanne Kaiser an der Harfe zum Anlass, das afghanische Volkslied „Layli Jan“ auf ihre Weise zu bearbeiten. Orientalischer Zauber erfüllte den Raum, der so manchen Besucher restlos überwältigte und zu Tränen rührte. Ein junger Mann, aus dessen Land wohl das Lied stammte, sprang gar am Ende jubelnd von seinem Platz auf.

Hier erklang Greensleeves als wunderbar hingebungsvolle Instrumentalvariation, da ging es kess und frisch zu Sautanz und Hexenpolka. Ein Ausflug in die Welt des Tangos eines Astor Piazzolla durfte ebenso wenig fehlen wie ein volksmusikalisch interessierter Brahms.

Chor und Instrumentalisten hatten sichtlich ihre Freude. Da konnte auch eine mit lautem Ratsch publikumswirksam gerissene Harfensaite nicht stören. „Das haben wir lange geprobt“, kommentierte da nur eine ausgelassene Mina Voet, als ihre Duopartnerin vor aller Augen eine neue Saite aufzog.

In der Aria sopra la Bergamasca, einem flotten Bauerntanz aus Italien, wandelte sich das Duo verstärkt durch Markus Bartholomé zum Trio ehe der Abend in „So ben mi ch’a bon tempo“ mit dem Chor klanglich vereint ins fulminante Finale mündete.

Andächtiges Lauschen ging am Ende in begeisterte Beifallsstürme über. Eine Zugabe erklatschte sich das Publikum schließlich noch. Und zwar eine zum Mitmachen. So sang die ganze Christuskirche zum Schluss einen Kanon – ganz einfach auf Finnisch.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 271, Dienstag 24. November 2015

Schrobenhausen (SZ) So bewegend-pompös, wie der festliche Konzertabend mit Johann Sebastian Bach begann, sollte es am Ende nach einer guten Stunde mit Georg Friedrich Händel enden – ein glanzvoller und gleichermaßen heiterer Auftakt für die Festivitäten zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Schrobenhausens mit dem oberösterreichischen Perg, eingebettet ins Schrannenfest.

Die Stadtpfarrkirche St. Jakob war komplett gefüllt. Selbst in den Seitengängen und im Eingangsbereich drängten sich die Zuhörer in Scharen, um dem feierlichen Festkonzert zu lauschen. Schon allein das Bild, das sich im Altarraum bot, mit einem durch Sängerinnen und Sänger aus Perg und Bridgnorth angereicherten Lenbachchor sowie dem Arsatius Consort in großer Besetzung mit Bläsern und Pauken, beeindruckte. Umso mehr begeisterte dann das bombastische und erhebende Klangerlebnis.

Den beiden musikalischen LeiternMarkus Bartholomé und Georg Brunner ist es geglückt ein rundum packendes Programm zusammenzustellen. Hier „The King shall rejoice“ und „Zadkok thepriest“ aus den Krönungshymnen zu Ehren König Georgs II. Da der von lebendiger Periodik beflügelte Exkurs in die Brandenburgischen Konzerte mit dem Cembalokonzert mit dem Solisten Gerhard Abe-Graf. Im Zwiegespräch ihrer Altflöten erfreuten Mina Voet und Markus Bartholomé mit ihrem einfühlsamen wie ausdrucksstarken Spiel.

Ganz im Bach’schen Sinne ließen die Musiker Pauken tönen und Trompeten erschallen im würdevollen Raum der Stadtpfarrkirche St. Jakob – sehr zur Freude der Zuhörer aus Schrobenhausen und seinen Partnerstädten.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 140, Montag 22. Juni 2015

Schrobenhausen (SZ) „Es geht vor allem ums gemeinsame Musizieren im Sinne einer lebendigen Städtepartnerschaft und die Freude“, sagt Markus Bartholomé. Er blickt voller Zuversicht auf das kommende Wochenende.

Nicht nur, weil Schrannenfest ist, sondern auch die Städtepartnerschaft zwischen Perg und Schrobenhausen 25-jähriges Jubiläum feiern wird. Ein festlicher Anlass, der eines festlichen Konzertes bedarf, findet Markus Bartholomé.
Mit seinen Sängerinnen und Sängern des Lenbachchors probt der Musiker, um am 20. Juni im Rahmen des Schrannenfestprogramms festlich-pompöse Barockmusik à la Bach und Händel in St. Jakob zum Klingen zu bringen. Unterstützt wird der Schrobenhausener Chor dabei von Choristen aus den Partnerstädten Perg und Bridgnorth sowie instrumental von keinem geringeren als dem Arsatius-Consort in seiner großen Besetzung – 20 Mann samt Bläsern.
„Bach und Händel, das ist schon anspruchsvoll. Da haben wir viel arbeiten müssen“, erzählt der Chorleiter. Seit Ostern werde geprobt, in einem Probenwochenende in der Schrobenhausener Umgebung intensiviert. Auch wenn die Stücke bereits 2012 beim Partnerschaftstreffen in Bridgnorth gesungen wurden, so sind sie für einige, die nicht dabei sein konnten, doch neu.
Schon ist Bartholomé mitten in seinem Element: der Musik und ihren Anekdoten. Zu Johann Sebastian Bachs „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten“ hat er auch gleich eine Geschichte bereit. „Das Stück wurde 1733 komponiert anlässlich des Geburtstags von Maria Josepha, der Gemahlin des sächsischen Kursfürsten und polnischen Königs“, referiert der Musikus launig. Und weiter: „Vielen ist dieses Original als Eingangschor des Weihnachtsoratoriums bekannt.“ Zwei Coronation Anthems zu Ehren der Krönung von King George II. aus Georg Friedrich Händels Feder werden aus 45 Kehlen und Orchester zu hören sein. Außerdem stehen noch als reine Orchesterstücke das Concerto Grosso von Händel sowie ein Bach’sches Cembalo-Konzert auf dem Programm.
Ja, das Konzert verspricht damit nicht nur hochfeierlich-festlich zu werden, sondern auch eine gewisse Portion Pomp ist garantiert. „Dicht, intensiv und beschwingt“, bringt es Bartholomé auf den Punkt.
Eine Mischung aus „gutem Gottvertrauen“, wie er humorig meint, und Vorfreude liegt in der Luft. Bei solchen musikalischen Projekten über Ländergrenzen hinweg, finde vieles auf den letzten Metern statt, so Bartholomé. Die Generalprobe beispielsweise kann erst am Samstag stattfinden, da sich erst dann alle Beteiligten eingefunden haben werden.
„Alles passt perfekt!“, sagt Bartholomé voller Vorfreude. „Sehr nette Leute, viele nette Gesichter“, erwartet der Musiker, „das wird lustig“. Es werde viele zwischenmenschliche Momente geben ohne Umwege über Small-Talks. Denn eins ist sicher: Wenn alle eingetroffen sein werden, wird zusammen musiziert. „Das wird eine schöne Sache“, orakelt Bartholomé.
Das feierliche Jubiläumskonzert unter der Leitung von Georg Brunner und Markus Bartholomé findet um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Jakob statt. Der Eintritt ist frei.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 134, Montag 15. Juni 2015

Schrobenhausen (SZ) „Gigantisch“ und „fulminant“ fanden es die einen, „schwer beeindruckend“ oder „ein Genuss für die Ohren“ andere. Die Zuhörer überschlugen sich förmlich mit ihrem Lob und stehenden Ovationen.

Die Aufführung des Lenbach-Chors unterstützt vom Chorale Point d‘Orgue aus Thiers samt Lenbach-Orchester und der Solistin Leila Bouhajeb war durchwegs gelungen. Gegeben wurde Karl Jenkins’ moderne und in ihrer Dramatik einzigartige Version des „Stabat Mater“ aus dem Jahr 2008 in der Stadtpfarrkirche. Die war leider nur halb voll.

Wortfetzen in französischer Sprache dringen in den Minuten, ehe die ersten Takte erklingen, ans Ohr und zeugen von städtepartnerschaftlichem Wirken. Tags zuvor waren gut 20 Sängerinnen und Sänger des Chorale Point d’Orgue unter der Leitung von Paulette Tempere von Thiers nach Schrobenhausen gereist, um mit ihren Schrobenhausener Kollegen um Markus Bartholomé gemeinsam Karl Jenkins’ beeindruckendes Werk aufzuführen.

Markus Barholomé versprach nicht zu viel, als er noch vor ein paar Wochen ein „bombastisches“ Klangerlebnis prophezeite. Er musste es wissen, denn im Herbst vergangenen Jahres war das Thiernoiser-Schrobenhausener Gemeinschaftsprojekt schon einmal in der französischen Partnerstadt aufgeführt worden.

Wenn auch nur in einer reduzierten Fassung orchestriert, nahmen Sänger wie Instrumentalisten akustisch das gesamte Kirchenschiff ein – bis in die hintersten Bankreihen. In jeder Beziehung, vom ersten Ton an. Der kirchliche Rahmen mit seiner sagenhaft fulminanten Akustik bildete einen würdigen Rahmen.

„Christi Mutter stand mit Schmerzen“ übersetzte Stadtpfarrer Josef Beyrer bei seiner Begrüßung die erste Liedzeile der berühmten Sequenz des Christentums aus dem Mittelalter. Bei Jenkins’ „Stabat Mater“ war von historischer Verstaubtheit so rein gar nichts zu spüren – irgendwo zwischen Pop und Klassik, Carmina-Burana-Effekten und Adiemus verortet.

Hier brachten Helmut Lutz und seine Percussion-Truppe mit einem ganzen Arsenal an Trommeln, Toms und Becken packende Rhythmik ins konzertante Geschehen ein. Da zog das Lenbach-Orchester mit seinen bekannten Gesichtern aus der Region, erweitert um Musiker vom Georgischen Kammerorchester, alle Register. Im Dreivierteltakt des „Virgo Virginum“ vermittelten die Pizzicati der Streicher tänzerische Leichtigkeit. Im „Sancta Mater“ ließ das Staccato des Englisch-Horns im Kopfkino auf die innere Leinwand projiziert martialische Bilder erscheinen.

Zwischen Gänsehautfeeling und tiefer Rührung schwankend, verzauberte Altistin Leila Bouhajeb das Publikum mit ihrer samtweichen Stimme – egal ob in Melismen des arabischen Kunstliedes im „Incantation“ zu Mina Voets wunderbarem Flötenspiel, oder dem vertonten Gedicht „Lament“ von Jenkins Ehefrau Carol Barrat.

Mitreißend, geradezu aufwühlend die Chöre. Mal in stimmgewaltigem Fortissimo, mal unbeschreiblich sanft als Klangteppich ausgerollt, auf dem Bouhajebs Stimme förmlich schwebte, etwa bei im „Now my life ist only weeping“.

Markus Bartholomé gebührt höchstes Lob für Vorbereitung, Koordination der Proben über Ländergrenzen hinweg – und letztendlich für einen grandiosen Konzertabend.

Eine zu Herzen gehende und bewegende Stunde, ein großes Konzert, das es verdient gehabt hätte, ausverkauft zu sein. Umso mehr bedachte das restlos begeisterte Publikum eine grandiose Gesamtleistung mit schier nicht enden wollendem Applaus und schließlich auch mit Beifall im Stehen.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 125, Montag 2. Juni 2014

Schrobenhausen (SZ) Von der ursprünglichen Intention ein bisserl zu singen, hat sich der Chor längst verabschiedet. Das gestiegene Niveau und der gehobene Anspruch ließen den ursprünglichen Namen „Singaweng“ nicht mehr passend erscheinen.

Was liegt in Schrobenhausen näher, als den berühmtesten Sohn der Stadt als Namenspatron zu wählen. „Lenbach-Chor“ heißt die Truppe unter der Leitung von Markus Bartholomé seit der Vereinsgründung Ende des vergangenen Jahres.

„Außer dem Namen hat sich für uns als Chor nichts verändert“, betont Chorleiter Markus Bartholomé. Das Wort von der „rein formalen Sache“ oder „sich nach außen eine neue Form geben“ fällt.

Beim Besuch der Chorprobe wird klar: Das erste der alljährlich wiederkehrenden großen Konzertprojekte des Lenbach-Chors wird ein ganz besonderes werden: Mit dem Stabat Mater von Karl Jenkins hat sich die Truppe ein orchestrales Werk vorgenommen. Sopran und Tenor, links, rechts Alt und Bass: Schon beim Einsingen hat jeder der 34 Sängerinnen und Sänger des Lenbach-Chors seinen angestammten Platz. Die komplette Mannschaft ist fokussiert, hat ein gemeinsames Ziel. Nämlich das Stabat Mater des Walisers Karl Jenkins, ein zeitgenössisches Stück aus dem Jahr 2008, basierend auf einem mittelalterlichen Gebet. Es geht um eine Betrachtung über Maria, die am Kreuz stehend Jesus betrauert. Von Rossini über Haydn bis Verdi: Die Größen der Musikwelt haben sich schon dem Thema gewidmet.

„Jenkins ist in England rasend populär“, erklärt Bartholomé. Schon ist der Musikpädagoge mitten in seinem Element, schwärmt von dem Stück mit seiner Neigung zum Bombastischen, fernöstlichen Klangfarben und seiner Wirkung in der fulminanten Akustik der Schrobenhausener Stadtpfarrkirche.

Inspiriert von Gedichten aus dem arabischen Raum und dem Gilgameschepos ist auch eine Portion musikalische Exotik bei Jenkins Opus mit im Spiel. Mit der Altistin Leila Bouhajeb konnte eine Solistin für das Projekt gewonnen werden, die nicht nur eine klassische Gesangsausbildung mitbringt, sondern aufgrund ihrer algerischen Wurzeln über einen besonderen Bezug zu arabischen Klangwelten verfügt.

Sogar ein eigenes Orchester wurde für das Projekt aus der Taufe gehoben. Wie kann es anders heißen als „Lenbach Orchester“. „Ein gemischter Haufen mit den bekannten Schrobenhausener Gesichtern“, umreißt Bartholomé die Besetzung, darunter die Musiker Rita Brunner, Helmut Lutz oder Mina Voet. Seit Anfang des Jahres probt der Lenbach-Chor jeden Donnerstag plus einen extra Probentag.

Der Thiernoiser Chor Choral Point d’orgue unter der Leitung von Paulette Tempère reist zur Aufführung extra aus Schrobenhausens französischer Partnerstadt an, um zusätzlich zum Lenbach-Chor für chorale Fulminanz zu sorgen. Jenkins Stabat Mater ist bereits das vierte gemeinsame Projekt der beiden Chöre über Ländergrenzen hinweg.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 115, Dienstag, 20. Mai 2014