Lenbachchor und Sanseveria Plus aus Belgien gestalteten ein pfiffiges Konzert im Musikschulpavillon

Schrobenhausen (SZ) „Wir lieben sehr im Herzen“ – zu seinem Chorkonzert hat sich der Schrobenhausener Lenbachchor am Samstagabend mit Sanseveria Plus musikalische Verstärkung aus Belgien geholt. Gemeinsam bezauberten die zwei Chöre ihr Publikum im Pavillon der Städtischen Musikschule mit Liedern, wie sie abwechslungsreicher kaum hätten sein können.

Denn ins Programm gepackt haben die beiden Chöre Musik verschiedener Genres, aus unterschiedlichen Jahrhunderten, gesungen in mehreren Sprachen, mit Texten – so mannigfaltig wie das Leben. Eben jener „bunter Reigen von Liedern aus aller Welt“, den der Leiter des Lenbachchors, Markus Bartholomé einleitend ankündigt, bevor er die „Ehrengäste aus Duffel“, einer Kleinstadt zwischen Antwerpen und Brüssel, begrüßt.
Hier heute singen zu dürfen, das sei eine „große Ehre“, stellt Mieke Huysmans sich und ihre Kolleginnen von Sanseveria Plus sowie Chorleiter Jan Haspeslagh dann in sympathisch flämischer Sprachmelodie vor. Weshalb das Plus im Chornamen? „Wir sind alle 45 plus“, meint sie schmunzelnd, um dann hinterherzuschieben, „aber das sieht man uns nicht an!“ Und zack ist das Eis gebrochen, dürfte so ziemlich jeder im nicht ganz gefüllten Musikschulpavillon die liebenswerten Gäste aus Belgien ins Herz geschlossen haben.
Selbstverständlich geht es an diesem Abend textmäßig – dem Titel des Konzerts entsprechend – ganz besonders ums Thema Liebe, aber nicht ausschließlich. Mehrere Jahrhunderte alte Musik von Daniel Friderici oder John Dowland mixen die Chöre im Konzert munter mit modernen Popsongs wie „Blue Moon“ oder „For the longest time“; Lieder aus der Heimat der Gäste finden sich ebenso wie welche aus hiesigen Gefilden, ein ganz spezielles „Reuzenlied“ aus Flandern etwa oder ein vertraut klingendes „Kimt sche hoamli de Nacht“ aus Oberbayern. Lieder voller Lebensfreude – und manchmal wirds auch ein ganz klein wenig melancholisch.
Ein paar Unterschiede gibt es zwar: Während sich Sanseveria Plus ausschließlich aus Damen zusammensetzt, mischen beim Lenbachchor auch Herren mit; setzen die Gäste auf klassisch schwarze Konzertoutfits, ist bei den Schrobenhausenern mehr Farbe im Spiel. Beim Wichtigsten sind sie dann jedoch wieder beieinander: der nicht überhörbaren – und nicht übersehbaren – Freude am Singen.
Was das Wetter an diesem verregneten Samstagabend nicht hinkriegt – die beiden Chöre schaffen das, verbreiten fröhlich-unbeschwerte Stimmung, das Leben und die Liebe feiernd. Sympathisches deutsch-belgisches Teamwork gibts zum Abschluss: Da wird gemeinsam gesungen. Zigeunerlieder von Erika Budai. „Werden Sie uns auch noch zuhören, when we are 64?“, hatte Mieke Huysmans den bekannten Lennon-McCartney-Klassiker zuvor fragend angekündigt. Ziemlich sicher. Und zwar Lenbachchor wie Sanseveria Plus.

Von Ute De Pascale, Schrobenhausener Zeitung, 22.05.2018