Schrobenhausen (SZ) Emotional bewegend war das Benefizkonzert zugunsten der vhs-Kurspatenschaften für Flüchtlinge in Schrobenhausen. Der Lenbachchor unter der Leitung von Markus Barholomé und das Duo Alondra luden zu ihrer musikalischen Weltreise in die evangelische Christuskirche.

Der Kirchenraum war voll mit Menschen aus aller Herren Länder. Dazu trug zu einem guten Teil die große Zahl an Flüchtlingen aus den Schrobenhausener Unterkünften bei, die von der Musik tief bewegt eine Auszeit vom Alltag erlebten. Das Repertoire: so bunt wie sein Publikum. Quer durch Raum und Zeit ging es bei dem gut einstündigen Konzert – gleichermaßen unterhaltsam wie abwechslungsreich.

Angefangen von Frankreich führte die Reise unter dem Motto „Aus aller Welt“ quer durch Europa bis in den hohen schwedischen Norden mit „Vem kan segla“, von Afghanistan bis Argentinien. Vierstimmiger A-cappella-Gesang wechselte sich mit sphärischen Harfenklängen und virtuosen Flötentönen ab – mal getragen, mal mit tänzerischer Heiterkeit.

Dass Schrobenhausen in den vergangenen Wochen ein bisschen bunter geworden sei, so Mina Voet, nahmen die Flötistin und Susanne Kaiser an der Harfe zum Anlass, das afghanische Volkslied „Layli Jan“ auf ihre Weise zu bearbeiten. Orientalischer Zauber erfüllte den Raum, der so manchen Besucher restlos überwältigte und zu Tränen rührte. Ein junger Mann, aus dessen Land wohl das Lied stammte, sprang gar am Ende jubelnd von seinem Platz auf.

Hier erklang Greensleeves als wunderbar hingebungsvolle Instrumentalvariation, da ging es kess und frisch zu Sautanz und Hexenpolka. Ein Ausflug in die Welt des Tangos eines Astor Piazzolla durfte ebenso wenig fehlen wie ein volksmusikalisch interessierter Brahms.

Chor und Instrumentalisten hatten sichtlich ihre Freude. Da konnte auch eine mit lautem Ratsch publikumswirksam gerissene Harfensaite nicht stören. „Das haben wir lange geprobt“, kommentierte da nur eine ausgelassene Mina Voet, als ihre Duopartnerin vor aller Augen eine neue Saite aufzog.

In der Aria sopra la Bergamasca, einem flotten Bauerntanz aus Italien, wandelte sich das Duo verstärkt durch Markus Bartholomé zum Trio ehe der Abend in „So ben mi ch’a bon tempo“ mit dem Chor klanglich vereint ins fulminante Finale mündete.

Andächtiges Lauschen ging am Ende in begeisterte Beifallsstürme über. Eine Zugabe erklatschte sich das Publikum schließlich noch. Und zwar eine zum Mitmachen. So sang die ganze Christuskirche zum Schluss einen Kanon – ganz einfach auf Finnisch.

Von Tanja Staimer
Schrobenhausener Zeitung Nr. 271, Dienstag 24. November 2015