Oberlauterbach (SZ) Zuhören, lauschen und am Ende gemeinsam singen: Eine knappe Stunde entführten Lenbachchor und das Bläserensemble Quattro Stagioni ihr Publikum aus dem vorweihnachtlichen Trubel mit ihrem Chorkonzert zum Advent in der prachtvollen Wallfahrtskirche St. Wenzeslaus.

Eine ganze Karawane pilgerte am Vorabend des vierten Adventsonntags hinauf zur Wallfahrtskirche St. Wenzeslaus, die auf dem Hügel über Oberlauterbach thront. Eine stimmungsvolle Szenerie erwartete den Besucher. Kerzen wiesen den Weg zur Tür. Und auch auf den Bankreihen platzierte Wachslichter erhellten Raum und Herzen. Das Benefizkonzert war bestens besucht, die Kirche war bis auf den letzten Platz voll.
Man merkte: Die Sängerinnen und Sänger um Chorleiter Markus Bartholomé freuten sich auf das Konzert. Rote Schals, rote Krawatten und eine Fliege setzten obendrein einen fröhlichen Farbakzent zwischen den strahlenden Gesichtern.
Vielseitig und ausgesprochen abwechslungsreich war das kredenzte Repertoire von Weihnachtsliedern aus verschiedenen Epochen und Ländern. Renaissance, spätromantische Süße sowie zeitgenössische Klänge bekamen ihren Platz.
Hier nahmen die Bläser von Quattro Stagioni auf eine Reise ins Baskenland oder nach Tirol und Polen mit. Da ging es mit dem Lenbachchor freudvoll mit „God rest you merry, gentlemen“ nach England. Anlässlich seines 100. Todestages wurde auch Max Reger ins Programm aufgenommen.
Die beiden Choristinnen Maria Pielmeier und Marianne Paul warteten mit Wissenswertem über Stücke, Epochen, Liedtexte oder Komponisten auf und führten so charmant durch die besinnliche Stunde.
Zielstrebig steuerte der Abend viel zu schnell seinem Höhepunkt und Ende zu. Ausgesprochen anspruchsvoll war das letzte Stück „Three Carols“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti, an das sich der Lenbachchor mutig heranwagte. Mit Einflüssen von Swing und Jazz verarbeitete der in England äußerst populäre Eidgenosse drei englische Traditionals, die Chor und Bläser zum Besten gaben. Für das Originalarrangement war ein Bläserquintett nötig, das Hornist Franz Schlagbauer als Gast komplettierte. Kirchenraum und Anlass geschuldet sparten sich die Zuhörer ihren Applaus fast bis zum Schluss auf.
Bereits zu Anfang vom Chor gegeben, wurden am Ende die Zuhörer eingeladen, gemeinsam in Prätorius „Es ist ein Ros entsprungen“ einzustimmen. „Gutes tun“, so lautete die Botschaft am Ende des Konzertes. Ganz in diesem Sinne kommt der Erlös des Abends der Aktion „Vorweihnacht der guten Herzen“ zugute.

Von Tanja Staimer, Schrobenhausener Zeitung, 19.12.2016